
Das war Riekes HP: http://www.deutschlands-kluegster-hund.de/
Rieke ist am 22.07.2025 um etwa18.15 Uhr gestorben. Die Welt hörte sich auf zu drehen und unsere Herzen brachen in diesem Augenblick. Wir sind untröstlich! Sie war nicht nur ein Familienmitglied, sondern so viel mehr, ein Teil von uns. Freundschaft, Treue, Loyalität, Vertrauen, sich gegenseitig umeinander kümmern, sich helfen- diese Familienwerte verkörperte Rieke perfekt. Und Liebe! und diese kann nur mit gegenseitigem Respekt einhergehen.
In ihrer Jugend zweifelte zugegeben Bernd, ob sie bei uns glücklich werden würde, mit Jagdhundgenen gesegnet rannte sie allem hinterher: Joggern, Rehen, Enten, Autos, sogar der Eisenbahn. Irgendwann kam uns die Einsicht, dass sie unterfordert sein könnte. Der " Blödsinn " hörte dann auf, nachdem sie die ( Selbst-) Ausbildung begonnen hatte und damit vielfältige Aufgaben übernahm. Unter hervorragenden Trainerinnen des Vereins " Hunde für Handicaps" lernte sie Jens als Rollstuhlfahrer zu unterstützen; so hob sie z.B. alles auf oder konnte ihm geschickt die Kleidung ausziehen. Dabei zeigte sich, wie aufmerksam , mit Freude dabei und gelehrig sie war- an nur einem Abend lernte sie Türklinken durch Aufbäumen so herunterzudrücken, dass die Tür aufging. Diese schnelle Auffassungsgabe war schon aussergewöhnlich und wurde immer durch positive Bestärkung belohnt. Sie zu zwingen oder ihre Persönlichkeit ändern zu wollen lag uns völlig fern! Natürlich gab es einiges, was sie ungern machte; ihr hasserfüllter Blick ihrer wunderschönen grünen Augen oder ihr genervtes mit- den Augen-Rollen waren legendär. Andererseits tolerierten sie unsere Macken: so legte sie sich nach der Aufforderung "Komm, wir gehen Gassi" erstmal wieder hin, weil sie wusste, dass es mindestens zehn Minuten brauchen würde, bis wir unsere Plünnen zusammen hatten. Und nach einem Regenguss trocknete sie sich auf Bernds Seite des Bettes, wo kämen wir dahin ,wenn ihre Seite feucht würde...
Die staatliche Assistenzhundprüfung bestand sie mit Eins, nur bei zwei Aufgaben bekam sie eine zwei, was aber Jens Schuld war. Rieke war so klug zu wissen, was Jens meinte, auch wenn er falsche Kommandos gab. Das lief alles so gut, dass die beiden sogar den landesweiten Wettbewerb " Das Goldene Team" gewannen. Der Respekt, die Zuneigung und Riekchens Leistung, die bei den eingereichten Videos zu sehen war, überzeugte die PreisrichterInnen. Überraschenderweise veröffentlichten als Folge davon viele verschiedene Medien ihre Geschichte: z. B. das Sat1- Frühstücksfernsehen (bei dem Rieke mit dem Titel "Deutschlands Klügster Hund" angekündigt wurde), RBB , Berliner Kurier oder später Zeit online, ZDF Die Gewinner und etliche Zeitschriften. Somit war dieser Hund die berühmteste Einwohnerin Berlin-Karows und den meisten namentlich bekannt ( Jens hingegen war " der Rollifahrer mit Rieke").. Auch in den umliegenden Supermärkten machte sie sich viele Freunde; jeder war gerührt zu sehen mit welcher Begeisterung sie Artikel von Jens Schoss zur Kasse brachte, Widerstände überwindend, zur Not durch die Beine der Menschen der Warteschlange hindurch.. Sie war umgänglich, nicht konfrontativ, entspannt, gleichzeitig interessiert und so ausgeglichen, dass sogar Leute mit Hundephobie sich trauten sie zu streicheln. Als Assistenzhündin war sie komplett in unseren Alltag integriert, begleitete uns in Arztpraxen, ins Krankenhaus, ins Theater und sogar Opernaufführungen; von Innenkabinen von Flugzeugen gar nicht zu reden- Die Flugbegleiterinnen stiegen einfach über sie hinweg, wenn sie mal wieder mehr Platz zum Liegen brauchte. Überflüssig zu sagen, dass sie bei festlichen Veranstaltungen oder im Restaurant so ruhig meist unter dem Tisch lag, dass andere Gäste fragten, warum wir sie nicht mitgebracht hätten.
Nur wenige Male wälzte sie sich in undefinierbare Kacke, so dass wir sie abduschen mussten. Wasser von oben war ihr ein Graus, seitdem sie mal als übermütiger junger Hund ins tiefe Wasser gefallen ist ( wir gleich hinterher gesprungen). Seitdem bevorzugte sie einen sicheren Stand. Bernd ist sogar der Meinung, dass sie mitgeholfen hat sein Leben zu retten, seine Lungenentzündung heilte schneller durch ihr Lauftraining. Überhaupt hellte sie permanent unsere Stimmung auf, mögliche schlechte Laune verflog sehr schnell bei so einem Hund , der uns als "Plumpaquatsch" oft zum Lachen brachte und auf dem man so stolz war. Unsere Dreierkonstellation passte sehr gut und harmonierte. Glückliche Jahre gingen ins Land, bis Riekchen kurz vor ihrem 13. Geburtstag eine schwere Gastritis bekam, sie konnte nicht aufhören Gras zu fressen und weissen Schaum zu erbrechen. Weitere Diagnose folgten: die Lunge zeigte auf dem Röntgenbild einen unklaren Schatten, beim Ultraschall wurde ein leichter Herzfehler entdeckt und unbemerkt eingetretene Dornen und Grannen. Jedes Mal wurde uns Hoffnung gemacht, dass nach Behandlung des jeweiligen Leidens sie wieder fressen würde, Schmerzen vergehen würden und sie noch Jahre vor sich hätte. Zum erste Mal mussten wir massiv gegen ihre Willen handeln, die Tabletteneinnahme war ein Kampf. Unter den Medikamenten war auch eins, das ihr Gehirn zwang, sie zum Essen anzuregen. Die Situation blieb schwierig und verzweifelt, Vertrauensverlust auf beiden Seiten. Wir unterstellten ihr Manipulation, weil sie manchmal die allerbesten Leckereien hungrig frass, manchmal aber auch verschmähte. Und sie verstand nicht, warum wir so komisch waren und bezog das wahrscheinlich auf sich. Trotzdem liessen wir ihr so viel Freiheit wie möglich, so wählte sie z.B. als Lieblingsschlafplatz den Garten einer verständnisvollen Nachbarin. An ihrem Todestag erbrach sie wieder erkennbar schmerzhaft weissen Schaum . Die Ärztin schlug vor, sie jetzt zu "erlösen", überliess uns aber die Entscheidung. So liessen wir dieses einzigartige, phantastische, beste, tollste, klügste, hammermässigste, kuschligste, liebste Wesen gehen. Grosse Schuld, aber auch grosse Verantwortung haben wir auf unsere Schultern geladen. Für immer bleibt sie in unseren Herzen. RIEKE!!!! Wir lieben Dich!!!!!